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© Microchip-Installation auf CPU-Platine - photocreo

Lieferengpässe bei Halbleitern: Mikrochipmangel bremst die Autoindustrie aus

14. Mai 2021 | Veröffentlicht in News

Dass die Lieferketten vom Corona-Crash zerstört wurden, war schlimm. Den Autoherstellern versetzte das 2020 einen herben Schlag. Die Lieferketten sind allerdings inzwischen repariert, der aktuelle Mangel an Mikrochips hat damit nichts mehr zu tun. Hier steckt ein anderes Problem dahinter: Halbleiter-Module bilden das Herz aller elektronischen Systeme – und Halbleiter fehlen.

Ganze Fertigungslinien in der Automobilbranche müssen gestoppt werden, denn die Versorgung stockt. Natürlich könnte man theoretisch auf andere Handelspartner umsteigen, wenn einer nicht liefern kann – aber das ist in diesem Fall eben nicht möglich, denn die Gesamtmenge an Halbleitern ist zu knapp. Konkret bedeutet das: Keiner kann liefern.

Nicht nur Autohersteller betroffen

Seit dem Frühjahr 2020 ist die Abnahme der Autoindustrie zurückgegangen, was durch die Corona-bedingten Beschränkungen erklärt werden kann. So zumindest erklärt Wolfgang Weber, Geschäftsführer des Branchenverbands ZVEI. Durch diesen Rückgang stellten sich die Chiphersteller bezüglich ihrer Kapazitäten um und suchten sich neue Abnehmer. Die waren schnell gefunden: Unterhaltungselektronik wie beispielsweise Spielkonsolen und TV erlebten einen Aufschwung. Mikrochips mit Halbleitern waren plötzlich in der Medizintechnik gefragt, denn auch Beatmungsgeräte und Monitore kommen nicht ohne diese Chips aus. Das IT-Kerngeschäft zog an, hier stieg der Bedarf besonders.

Betroffen: Volkswagen, Audi, Daimler und Zulieferer beziehungsweise Weiterverarbeiter

Im Januar 2021 standen Produktionsstraßen still, Schichten fielen aus, es kam immer wieder zu Kurzarbeit. Betroffen waren Volkswagen und Audi, aber auch Daimler. Wolfsburg hatte die Betriebsruhe nach Neujahr verlängert, die VW-Werke in Wolfsburg blieben einfach länger geschlossen. Aber auch Continental und Hella klagten über Engpässe.

Probleme liegen in Asien, nicht in der Nachfrage hier

Die Chiphersteller in Asien lassen vermelden, dass die im Frühjahr 2021 anhaltende Nachfragespitze absolut überraschend gekommen sei. Silizium gibt es in China zwar in hohen Mengen. Aber die Volksrepublik legte vor kurzem erst 20 der großen Schmelzanlagen still. Als Grund nannte man den hohen Stromverbrauch der Anlagen, der aufgrund einer längeren Trockenheit in einigen Regionen nicht mehr mit der zuvor dafür genutzten Wasserkraft hätte stillen können. Dazu kommen die Corona-bedingten Produktionsausfälle, die immer noch nicht aufgeholt sind.

Insgesamt lässt sich der Anteil der betroffenen Kapazitäten in China nicht beziffern. China gilt als der größte Produzent von Silizium, erst mit großem Abstand folgen die USA, Norwegen, Brasilien und Frankreich und erst drei Stellen weiter Deutschland. Aber Moment, China? Genau genommen werden 50 Prozent der weltweit abgesetzten Chips in Taiwan hergestellt. 12 Prozent stammen aus den USA, davon der größte Teil aus Texas. Im Februar 2021 wütete einer der schlimmsten Stürme der Geschichte in dem Bundesstaat, der weitreichende Stromausfälle erlitt.

Und was kommt bei den Autokäufern und -käuferinnen davon an? Bei Neuwagen kommt es zunehmend zu Lieferverzögerungen. Die steigende Nachfrage nach Stromern wird den Chipmangel erstens verlängern und zweitens gegebenenfalls verschärfen.

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