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© Autoreifen als Hintergrund. 3D Illustration - rawf8

Kautschukmangel - Ein Problem für Reifenhersteller

28. März 2021 | Veröffentlicht in Infos

Kautschuk ist ein wichtiger Bestandteil von Autoreifen. Bis zu 30 Prozent des Pkw-Pneus bestehen aus dem Naturerzeugnis. Der Nachschub vieler Rohstoffe ist durch die Pandemie beeinträchtigt. Dies bekommen nun auch die Reifenhersteller wie Continental und Michelin zu spüren. Wichtige Exportländer in Asien mussten ihre Produktion an Naturkautschuk deutlich herunterfahren.

Erhöhter Bedarf

In vergangenen Jahren waren die Lagerhäuser vor der trockenen Jahreszeit stets gut gefüllt. Die geringere Verfügbarkeit der Ressource trifft die Industrie besonders hart, da der Bedarf an Kautschuk weltweit steigt.
Bis zu 70 Prozent der Kautschukerzeugnisse werden in der Herstellung von Autoreifen verwendet. Etwa 12 Prozent des Kautschuks dient zur Herstellung von Latexprodukten. Hier ist die Nachfrage seit Beginn der Pandemie erhöht, da vor allem Handschuhe zum Schutz vor Erregern geordert werden.

Markt der Nachfrage

Der Reifenhersteller Continental bestätigte bestehende Engpässe bei Lieferungen von Rohstoffen, insbesondere bei Naturkautschuk. Die Lieferketten sind aber nicht nur aufgrund von nicht vollen Lagerhäusern gestört. Zahlreiche Containerschiffe sollen im Hafen liegen, da ungenügend Lieferkapazitäten bestünden. Verspätete Abfahrten verzögern den Nachschub und bereiten der Industrie zunehmend Sorgen. Lieferzeiten von mehreren Monaten sind mittlerweile eher die Regel als die Ausnahme. Hinzu komme, dass Exporteure immer öfter Jahresverträge aufkündigen. Dies solle zum einen deshalb geschehen, da Gewinne an anderer Stelle vielversprechender seien und zum anderen, weil es aufgrund der gestörten Lieferungen keine genauen Zusagen getroffen werden könnten.
Auch Branchenriese Michelin hat mit einer Knappheit an Kautschuk zu kämpfen und seinen Abnehmern bereits einen Preisanstieg auf Reifen für den Sommer angekündigt. Aus dem Angebotsmarkt der Jahre vor der Pandemie ist ein Markt der Nachfrage geworden.

Keine Entspannung in Sicht

Für den Finanzchef von Continental, Wolfgang Schäfer, sind steigende Kosten für den Rohstoff Naturkautschuk unabwendbar. Er rechnet für das Geschäftsjahr 2021 mit rund 200 Millionen zusätzlichen Ausgaben für den Einkauf von Rohstoffen. Besonders für den essenziellen Bestandteil von Autoreifen muss seiner Ansicht nach ordentlich draufgezahlt werden.
Die steigende Nachfrage aus anderen Branchen verstärkt den Kampf um Naturkautschuk. Die KKT-Gruppe, die neben Produkten für die Automobilindustrie auch Atemschutzmasken für die Feuerwehr anfertigt, benötigt in einem Monat etwa 60 bis 70 Tonnen an speziellem Kautschuk, vorwiegend das natürliche Produkt. Normalerweise galten Lieferzeiten zwischen zwei bis acht Wochen als Standard. Chef und Gesellschafter der KKT-Gruppe, Sven Vogt, muss derzeit mit Lieferzeiten bis zu 40 Wochen kalkulieren. Eine Entspannung der Lage sei 2021 nicht mehr zu erwarten.

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